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Morbus Parkinson: Früherkennung, Diagnostik und Therapie - Was Sie wissen sollten

Aktualisiert: 10. Juli 2023

Morbus Parkinson ist eine neurologische Erkrankung, die durch den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Gehirn verursacht wird. Die Erkrankung ist durch charakteristische Symptome gekennzeichnet, darunter:


  1. Tremor: Ein Zittern in einer Hand, einem Arm oder einem Bein ist eines der bekanntesten Symptome von Parkinson. Das Zittern fängt dabei häufig einseitig auf, später im Verlauf der Erkrankung sind in der Regel beide Körperseiten betroffen. Dieser Tremor tritt oft in Ruhephasen auf und kann bei Bewegungen verschwinden.

  2. Steifheit: Parkinson-Patientinnen und -Patienten leiden oft unter Muskelsteifheit (Rigor), die es schwierig machen kann, einfache Bewegungen auszuführen.

  3. Langsamkeit der Bewegung: Parkinson kann die Fähigkeit beeinträchtigen, Bewegungen schnell und flüssig auszuführen (Akinese oder Hypokinese). Dies kann dazu führen, dass einfache Aufgaben wie das Anziehen von Kleidung oder das Gehen schwieriger werden. Das Gangbild wird als kleinschrittig bezeichnet.

  4. Haltungsinstabilität: Parkinson kann dazu führen, dass Patientinnen und Patienten Schwierigkeiten haben, ihre Balance zu halten und stürzen können (posturale Instabilität).

  5. Verlust des Geruchssinns: Viele Parkinson-Patientinnen und -Patientin bemerken, dass sie einen Verlust ihres Geruchssinns erleben.


Ein Mann mit einem Parkinson-Zittern hält in der rechten Hand ein Glas Wasser und vor lauter Zittern verschüttet er den Inhalt des Glases.
Tremor im Alltag

Es gibt auch Vorzeichen und Vorsymptome, die auf eine bevorstehende Parkinson-Erkrankung hinweisen können, wie zum Beispiel eine zunehmend langsame Beweglichkeit, Veränderungen im Geruchssinn oder Schlafstörungen in Kombinationen mit nächtlicher Überbeweglichkeit.


Die Ursache von Parkinson beinhaltet den Verlust von Nervenzellen im Gehirn - in der sogenannten Substantia nigra, die Dopamin produzieren, was zu einer Störung der Signalübertragung im Gehirn führt.

Es wird angenommen, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle bei der Entstehung von Parkinson spielen.


Die Diagnose von Parkinson basiert in erster Linie auf einer körperlichen Untersuchung und einer Bewertung der Symptome.

Zusätzlich erfolgt eine radiologischen Bildgebung mittels MRT des Gehirns, aber vor allem zum Ausschluss anderer Ursachen.


Auch PET- und SPECT-Untersuchungen sind ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik bei Morbus Parkinson. Mithilfe dieser Verfahren können Veränderungen im Gehirn bereits in einem frühen Stadium erkannt werden, was zu einer genaueren Diagnose und einem effektiveren Behandlungsplan beitragen kann. Dabei wird eine schwach radioaktive Substanz in die Blutbahn injiziert, die sich im Gehirn anreichert und dann mithilfe von speziellen Kameras sichtbar gemacht wird. So können beispielsweise die Verteilung und Aktivität von Neurotransmittern wie Dopamin und Serotonin im Gehirn untersucht werden. PET- und SPECT-Untersuchungen sind somit wertvolle Werkzeuge in der Diagnose und Therapie von Morbus Parkinson.


Es gibt jedoch auch neue Entwicklungen in der Diagnostik von Parkinson, wie die Liquordiagnostik mit Biomarkern, die eine frühere Diagnose ermöglichen könnten. Diese Untersuchungsmöglichkeit befindet sich derzeit noch in der Erforschung und steht aktuell noch nicht zur Verfügung.


Die Therapie des Morbus Parkinson zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Dazu gehören Medikamente, die das Dopaminangebot im Gehirn erhöhen sowie physikalische Therapie. In schwereren Fällen kann auch eine Operation mit Implantation eines Hirnschrittmachers in Betracht gezogen werden.


Allgemeine Maßnahmen, die Parkinson-Erkrankten helfen können, sind Bewegung, insbesondere Tai-Chi und Yoga, eine gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf. Es ist auch wichtig, eine positive Einstellung zu pflegen und sich von Familie und Freunden unterstützen zu lassen.


Insgesamt ist Morbus Parkinson eine komplexe Erkrankung, die viel Verständnis und Unterstützung erfordert. Eine frühzeitige Diagnose und eine auf den individuellen Fall

abgestimmte Therapie können jedoch dazu beitragen, dass Betroffene auch weiterhin ein erfülltes Leben führen können.


Wir hoffen, dass dieser Artikel Ihnen einen besseren Einblick in die Krankheit und die Möglichkeiten der Behandlung gegeben hat. Letztendlich bleibt es jedoch wichtig, dass sich Betroffene und Angehörige an erfahrene Spezialisten wenden, um die bestmögliche Versorgung zu erhalten.


Ihre neurologische Praxis,


NEUROLOGIE GALLUSWARTE


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